PRESSEMITTEILUNG
Die Volkswagen AG wird BOHAI für zunächst vier weitere Monate auch über den August hinaus beauftragen und auf dem Weg in die Zukunft begleiten. Das ist das Ergebnis eines Gesprächs in der Staatskanzlei in Magdeburg, zu dem Ministerpräsident Sven Schulze eingeladen hatte. Gemeinsam mit dem Finanz- und Wirtschaftsminister Michael Richter hat er als Ziel der Landesregierung Sachsen-Anhalt den langfristigen Erhalt der dort betroffenen BOHAI-Unternehmen benannt. Für die Volkswagen AG war der Vorstand für Beschaffung Karsten Schnake in die Staatskanzlei gekommen.
Zum Hintergrund: Ende April hatte die Hauptauftraggeberin der fünf Gesellschaften dem Insolvenzverwalter des BOHAI-Konzerns mitgeteilt, dass die BOHAI-Werke ab Ende August nicht mehr mit neuen Aufträgen bedacht werden. Dies hätte bedeutet, dass es hierdurch zur Einstellung der seit über einem Jahr im laufenden Insolvenzverfahren mit knapp 700 Beschäftigten fortgeführten Geschäftsbetriebe gekommen wäre. Die Folgen für die Belegschaft und für weitere etwa 600 Beschäftigte in den für BOHAI direkt tätigen Unternehmen wären unabsehbar gewesen.
Über die Ereignisse des Gesprächs in der Staatskanzlei hat Insolvenzverwalter Olaf Spiekermann die anderen Auftraggeber von BOHAI bereits informiert. Für die kommenden Monate hat er von ihnen ebenfalls positive Signale erhalten.
Dank dieser Entwicklung kann der vom Amtsgericht Halle/Saale bestellte Insolvenzverwalter den Geschäftsbetrieb von BOHAI zunächst über den August hinaus fortführen und die Gespräche mit vorhandenen Übernahmeinteressenten wieder aufnehmen. Möglicherweise können auf diesem Weg auch weitere an einem Engagement interessierte Investoren für Harzgerode gefunden werden.
In Anbetracht der aktuellen Entwicklung wurden auch die Auftraggeber für das Werk in Sömmerda kontaktiert, um die von ihnen geplanten Abrufe zu erfahren. Sobald die Rückmeldungen vorliegen, wird die Insolvenzverwaltung diese auswerten und den Produktionsplan darauf abstimmen.
„Allen Verfahrensbeteiligten ist klar, dass die Unternehmen von BOHAI in ihrer bisherigen Größe in Zukunft allein mit Aufträgen aus der Automobilindustrie nicht dauerhaft überlebensfähig sind“, erklärt Insolvenzverwalter Rechtsanwalt Olaf Spiekermann, Partner in der bundesweit tätigen Kanzlei Brinkmann & Partner, zum aktuellen Stand der Gespräche. „Zusätzlich zur finanziellen Sanierung und operativen Restrukturierung muss eine Transformation hin zu rentableren Märkten und neuen Technologien erfolgen. Das Geschäftsmodell muss strategisch neu ausgerichtet werden.“
Im laufenden Insolvenzverfahren könne dieser finanz- und zeitintensive Transformationsprozess von dem Insolvenzverwalter nur eingeleitet werden. „Ich freue mich, dass die Landesregierung Sachsen-Anhalt und die Volkswagen AG ihre Unterstützung hierbei zugesagt haben. Die vollständige Realisierung muss durch einen Investor erfolgen“, sagt Olaf Spiekermann mit Blick auf die Zukunft.
Harzgerode, 22. Mai 2026
Pressekontakt des Insolvenzverwalters:
Schellenberg & Kirchberg PR
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